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Die Ergonomie spielt im zahnärztlichen Praxisalltag eine besonders wichtige Rolle. Die eigene Körperhaltung, die Ausstattung des Arbeitsplatzes sowie die Auswahl der Geräte und Instrumente sind wichtige Stellschrauben, um sich ein ergonomisches Arbeitsumfeld zu schaffen und somit präventiv gesundheitlichen Problemen vorzubeugen.

Die Tätigkeit in einer Zahnarztpraxis können den Körper vor große Herausforderungen stellen. Bei der Arbeit am Patienten verbleibt der Behandler oft über einen längeren Zeitraum hinweg in einer starren Position. Dabei ist meist der Oberkörper vorgebeugt und gedreht, die Arme sind weit vom Körper abgespreizt. Beschwerden wie Wirbelsäulenprobleme, Schulter- und Nackenschmerzen sind häufige Folgen solcher Fehlhaltungen. Darüber hinaus wirken sich die gesundheitlichen Beeinträchtigungen negativ auf das Wohlbefinden, die Lebensqualität sowie die Freude an der zahnärztlichen Tätigkeit aus.

Die Folgen von Fehlhaltungen sowie anderen körperlichen Belastungen am Arbeitsplatz machen sich oft erst langfristig bemerkbar. Aus diesem Grund ist es umso wichtiger bereits frühzeitig ein Bewusstsein für das eigene Arbeitsumfeld zu entwickeln und durch gelegentliche Selbstkontrolle sowie kleine Maßnahmen eine präventive Verhaltensänderung herbeizuführen.

Körperhaltung

Um gesundheitliche Probleme zu vermeiden, sollten Sie folgende Regeln beachtet:

Die natürliche S-Form der Wirbelsäule wird durch die aufrechte Sitzhaltung unterstützt und dadurch gleichmäßig belastet. Nicht zu vernachlässigen ist die Muskulatur. Als wichtige Stütze dient hierzu die Rücken- und Bauchmuskulatur. Nehmen Sie sich täglich 10-15 Minuten Zeit, um diese zu trainieren.

  • Schultern gerade – nicht anheben
  • Füße stehen flach auf dem Boden
  • Winkel zwischen Ober- und Unterschenkel ca. 110° bis 130°
  • Unterarme verlaufen parallel zum Boden
  • Handgelenke werden gerade gehalten
  • Die Armhaltung soll locker und nah am Körper sein
  • Gesäß bedeckt zu 2/3 den Behandlungsstuhl
  • Augen-Objekt-Abstand beträgt ca. 35 cm

Darüber hinaus ist es ratsam, die Sitzposition, soweit möglich, immer wieder zu wechseln. Durch abwechselnde Bewegungen und Positionen werden unterschiedliche Muskelgruppen aktiviert bzw. entspannt. Die Bewegung sowie der Wechsel der Körperhaltung wirkt sich auch förderlich auf die Konzentration aus. Versuchen Sie bestimmte Tätigkeiten im Stehen durchzuführen. Dies können Tätigkeiten wie beispielsweise das Telefonieren sein. Jedoch auch bei der Behandlung selbst ist es möglich, stehend oder sitzend zu arbeiten. Die Lagerung des Patienten und die Höhe des Patientenstuhles, ist ein Faktor, der beeinflusst, ob der Behandler sitzend oder stehend arbeiten kann. Auch der Größenunterschied zwischen Behandler und Assistenz spielt hier eine Rolle. Die Ausstattung des Arbeitsplatzes sowie die Auswahl der Geräte und Instrumente sollte an den Behandler angepasst sein. Wenn während einer Behandlung die benötigten Materialen in Greifweite zur Verfügung stehen, wird unnötiges Überstrecken und Verdrehen des Körpers verhindert.

Nutzen Sie kleine Pausen, um kurze und schnelle Entspannungsübungen wie das „Apfel pflücken“ oder das Hochziehen der Schultern beim Einatmen und das Loslassen beim Ausatmen, in den Arbeitsalltag zu integrieren. Auch kurze Spaziergänge an der frischen Luft wirken sich positiv auf den Körper sowie die Konzentration aus.

Behandlungseinheit

Unterstützend für eine richtige Position am Arbeitsplatz ist die Qualität und Wahl der Behandlungseinheit. Hierbei sollte nicht nur der Sitz- und Liegekomfort des Patienten im Vordergrund stehen, sondern auch viel Wert auf die Ergonomie für den Behandler gelegt werden.

Bei vielen Arbeitsplätzen in der Zahnarztpraxis ist es zum Beispiel nicht möglich, die Sitzposition zu wechseln, da die Einheit nur eine 9-Uhr-Position zulässt. Fehlende Beinfreiheit kann dazu führen, dass sich Behandler und Assistent in die Quere kommen und unnatürliche Sitzpositionen einnehmen.

Ein unabhängiges Gütesiegel kann helfen, bei der Behandlungseinheit eine gute Wahl zu treffen. Bekannt sind hier das TÜV-Siegel für technische Sicherheit, die Tests der Stiftung Warentest sowie das Siegel der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR).

Handinstrumente / Dentalinstrumente

Mit Handinstrumenten erzielen Behandler perfekte Ergebnisse. Vor allem durch das gute Tastempfinden und das punktuell einzusetzende, grazile Arbeitsende. Gerade bei der Arbeit mit Handinstrumenten ist es wichtig, auf eine ergonomische Anwendung sowie die richtige Auswahl der Instrumente zu achten. Der Druck, der dabei ausgeübt wird, soll so gering wie möglich gehalten werden, um muskelschonend zu arbeiten.

Auf folgende Punkte ist bei deren Anwendung zu achten:

  • Modifizierter Federhaltergriff
  • Adaption
  • Abstützung
  • Arbeitswinkel
  • Arbeitstechnik
  • Arbeitssystematik

Instrumente mit dickeren Griffen sind besonders muskelschonend.

Eine gute und sich immer wiederkehrende Arbeitssystematik und das daraus resultierende drucklose Scalen führt zu einem entspannten und muskelschonenden Arbeiten.

Das Handinstrument wird mit dem modifizierten Federhaltegriff geführt. Daumen-, Zeige- und Mittelfinger bilden eine Einheit. Der Daumen liegt zwischen Zeige- und Mittelfinger auf der gegenüberliegenden Seite des Instruments. Für die Abstützung ist der Zeigefinger zuständig. Er dient zudem als Auflagepunkt des Hebels. Möglichst immer intraoral abstützen. Bei der extraoralen Abstützung besteht die Gefahr des Abrutschens. Die Bewegung kommt nicht aus den Fingern, sondern aus dem ganzen Arm. So beugen Sie Gelenks- und Bänderschäden vor.

Durch das Absenken des Unterarms und der gegenläufigen Bewegung über die Ringfingerauflage wird das Instrument nach koronal gezogen. Dabei muss das vordere Drittel des Arbeitsendes adaptiert sein. Je nach Instrumententyp unterscheidet sich der Arbeitswinkel. Bei Scalern bzw. Universalküretten muss der 1er Schaft ca. 20° zur Zahnachse geneigt werden. Die Gracey bzw. Double Gracey Küretten haben, durch ihre abfallenden Fazialflächen, diesen Winkel bereits vorgegeben, so dass der 1er Schaft parallel zur zu bearbeitenden Fläche anzulegen ist.

Die Entwicklung und Herstellung von American Eagle Instrumenten erfolgte vor allem unter ergonomischen Gesichtspunkten. Die Verwendung dickerer Handgriffe unterstützt ein muskelschonendes Arbeiten. Gleichzeitig wurde besonders auf gute Griffigkeit geachtet – Metallgriffe als auch Kunststoffgriffe bieten mit ihrer Struktur optimale Griffigkeit. Die EagleLite® Kunststoffgriffe bieten mit ihrer Leichtigkeit eine unerreichte Taktilität und unterstützen damit besonders patientenschonendes Arbeiten.

Auch korrektes Nachschärfen spielt eine große Rolle für die Ergonomie. So führen inkorrekte Geometrie und unzureichende Schneidekanten zu einem deutlich höheren Kraftaufwand für den Behandler. Die American Eagle XP Technology® mit ihren schleiffreien Instrumenten bietet hier die Lösung. So bleiben die Rundungen der Kürettenklingen über die ganze Lebensdauer korrekt und werden nicht zu Scalern geschliffen. Auch der typische Fehler von falschen Schneidkanten im Instrument ist ausgeschlossen.